Bürgerrufautos auch mit Elektroantrieb

21. September 2015

E-Fahrdienst
Bildquelle: Müller, Tauber Zeitung

Ehrenamtliche Fahrdienste können einen Beitrag zur Sicherung der Mobilität in ländlich geprägten Räumen leisten. Der „e-Fahrdienst Boxberg“ ist ein Beispiel dafür.

In ländlich geprägten Räumen führen anhaltende Trends wie die Urbanisierung oder der demographische Wandel zu tiefgreifenden Veränderungen, die oftmals stärker ausgeprägt sind, als bspw. in Ballungszentren. Mit Bezug auf die Mobilität der Bevölkerung führt der Rückgang der Einwohnerzahlen im ländlichen Raum zu einer wachsenden Kluft zwischen Mobilitätsbedarf und -angebot. Der auf den Schülerverkehr ausgerichtete ÖPNV ist bereits heute oftmals nicht in der Lage, über den Tag durchgängige Angebote zu schaffen, die wirtschaftlich abbildbar sind. Ehrenamtlich organisierte Mobilitätskonzepte können beitragen, Kunden in die Ortszentren zu bringen und ansässige Gewerbetreibende zu stärken.

Der „e-Fahrdienst Boxberg“ kann mit dem Konzept des Bürger(ruf)autos verglichen werden, das im bedarfsgesteuerten Betrieb eingesetzt wird und dessen Fahrten daher vorbestellt werden müssen. So wird der Fahrdienst in Boxberg vom Verein „Wir verbinden Boxberg e.V.“ (WvB) mit einem Großraum-Pkw sowie ehrenamtlichen Fahrern und Vorstandsmitgliedern betrieben. Der Dienst wird montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr angeboten und setzt Fahrtbuchungen mindestens am vorigen Tag voraus.

Ein wesentlicher Bestandteil des „e-Fahrdienst Boxberg“ ist die Nutzung eines elektrisch betriebenen Großraum-Pkw. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen Renault Kangoo maxi ZE, der über fünf Sitzplätze sowie eine Ladefläche im Heck verfügt und eine Reichweite gemäß NEFZ (Neuer Europäischer Fahrzyklus) von 170 km aufweist.

Diesbezüglich werden im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitforschung alle Einsätze des Fahrzeugs dokumentiert, um verbindliche Aussagen über die Reichweite für die zu fahrenden Tagesrouten liefern zu können. Die Daten zur Durchführung dieser Analyse wurden durch den Einsatz eines GPS-Loggers im Fahrzeug gesammelt und manuell durch das Drücken des Fahrers auf einen Start- und Stoppschalter auf einem Touchpad dieses Geräts erfasst.

Quelle: Auszug aus dem Beitrag “‘Bürger fahren für Bürger‘ in ländlich geprägten Räumen - Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt ‚e-Fahrdienst Boxberg‘“ von Benedikt Krams & David Camacho, erschienen in Verkehrszeichen 3/2015, zu beziehen unter Verkehrszeichen Online.

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