Landkreis Ravensburg

E-Bürgerbus-Test in Schlier

23. März 2019

Das Testfahrzeug: ein barrierefrei umgebauter Maxus EV80 Foto: Gerald Swoboda

Die Gemeinde Schlier hat Anfang 2019 den bundesweit ersten Langzeittest mit einem E-Bus auf Basis eines elektrischen Großserien-Transporters durchgeführt.

In der Kommune läuft ein gut etabliertes Bürgerbus-System. Der dafür eingesetzte Bus ist aber inzwischen in die Jahre gekommen und muss daher 2019 durch ein neues Fahrzeug ersetzt werden.

Der Winter ist die ideale Zeit um zu testen, wie ein Elektro-Bus bei anspruchsvollen Bedingungen funktioniert. Denn bei kalten Temperaturen ist die Reichweite von E-Fahrzeugen geringer als bei warmem Wetter. Daher wurde von Gerald Swoboda, Klimaschutzmanager des Gemeindeverwaltungsverbandes Gullen, zu dem Schlier gehört, mit Unterstützung der NVBW eine winterliche E-Bürgerbus-Testphase organsiert.

Morgens bringt der Schlierer Bürgerbus die junge Bürgerinnen und Bürger, die in den Weilern von Schlier wohnen, in den Kindergarten oder zur Schule und holt sie mittags wieder ab. An zwei Tagen in der Woche fährt der Bus zusätzlich Senioren in die Therme nach Bad Saulgau. Diese Tour wird auf der Rückfahrt manchmal mit einem Einkauf und einem gemeinsamen Abendessen ergänzt. Diese, mit etwa 45 km pro Weg deutlich längere, Strecke schafft der E-Bus sogar bei Kälte und Schneesturm souverän mit reichlich Restreichweite. An solchen Tagen legt der Bürgerbus dann bis zu 180 km zurück.

Bei dem Test-Fahrzeug handelt es sich um einen von der Firma AMF Bruns umgebauten barrierefreien Bürgerbus auf Basis des chinesischen Elektro-Transporters Maxus EV80. Das saarländische Start-up MOGEoK betreute den Test und ist in Deutschland, Österreich, Luxemburg und in der Schweiz der Ansprechpartner.

Für die Fahrer/innen ist das elektrische Fahren eine gewisse Umstellung: Nach dem Starten hört man keinen Motor, die elektrische Heizung springt sofort an und der linke Fuß hat ständig Pause, weil sich der E-Bus wie ein Automatikfahrzeug fährt. Besonders im Stop & Go-Verkehr und bei den vielen Haltepunkten ist das auch ein Komfortgewinn.

Statt des Drehzahlmessers gibt es eine Leistungsanzeige, die von 150 kW bis -150 kW reicht. Denn beim Bergabfahren, Ausrollen und Bremsen wird der Motor zum Generator und die Bremsenergie geht dann wieder zurück in den Akku. Das spart enorm Energie und schont auch die Bremsen, weil durch die Energierückgewinnung meistens elektrisch gebremst wird.

Die Testphase endete am zum 19. März 2019. Am Donnerstag ging der barrierefreie E-Bürgerbus dann an den nächsten Kunden und wird dann im nächsten Langzeittest in einer anderen Region im Süden Deutschlands emissionsfrei unterwegs sein.

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