Eningen, Landkreis Reutlingen

Erfolgreich unterwegs: das Eninger Bürgerauto

08. Februar 2021

Der neue Bürgerbus wird ein Ford Transit Connect mit Schiebetüren. Foto: Hersteller.

Steigende Fahrgastzahlen zeigen: Das 2015 in Eningen etablierte Bürgerauto ist kaum noch wegzudenken.

Seit dem 20. April 2015 ist das Eninger Bürgerauto unterwegs. Inzwischen hat es sich zu einem echten Erfolgsmodell entwickelt. Im ersten Jahr transportierte es bei 1400 Fahrten knapp 800 Personen. Im bisherigen Rekordjahr 2019 waren es über 3.500 Fahrten mit über 1900 Fahrgästen. Die fahrerische Gesamtleistung beträgt von den Anfängen bis heute über 14.000 Fahrten für über 7.000 Fahrgäste.

Die Ziele der Passagiere sind vor allem Physio-, Arzt-, Zahnarzt- und Fußpflegepraxen, noch vor Supermärkten und Friseursalons. Friedhofs- und Freibadbesuche rangieren auf niedrigem Niveau. Das inzwischen zwölfköpfige Team bringt die Fahrgäste – weit überwiegend ältere Damen – nicht nur von A nach B. Wenn nötig, leisteten die Fahrerinnen und Fahrer zumindest vor der Corona-Pandemie auch Geh-, Einkaufs- und Transporthilfe.

2020 sind die Fahrgastzahlen erwartungsgemäß zurückgegangen. Zwischenzeitlich stand das Bürgerauto still. Seit Mitte September fährt es wieder, allerdings mit geringerem Umfang, unter Einhaltung strenger Hygieneregeln und mit nur einem Fahrgast pro Tour.

Von Anfang an hatte sich in Eningen ein besonderes System entwickelt. Es gibt keinen Verein rund um das Bürgerauto. Das Fahrerteam wird von der Stadt unterstützt, die das Fahrzeug und einen Internetkalender zur Verfügung stellt, in dem die Fahrer und die Fahrgäste eingetragen werden. Die Fahrgäste werden direkt von Tür zu Tür gebracht. Feste Fahrzeiten oder Haltestellen, wie in anderen Kommunen, existieren nicht. Grundsätzlich kann jeder das Bürgerauto nutzen. Es wird allerdings nahezu ausschließlich von den Personen bestellt, die es aufgrund von Handicaps auch am dringendsten benötigen.

Dass in die Jahre gekommen Fahrzeug wird in naher Zukunft gegen einen Ford Transit Connect mit beidseitigen Schiebetüren (Diesel EURO 6d TEMP) ersetzt. Dieser ist sparsamer und produziert weniger Abgase. Das soll die Umwelt schonen und den Komfort für die Fahrgäste erhöhen.

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