Modellversuch „eBürgerbus“

Für Mensch und Umwelt: der E-Bürgerbus

30. Juli 2019

Die Teilenehmer der Abschlussveranstaltung posieren vor dem E-Bürgerbus.

Die Ergebnisse des Modellversuchs „eBürgerbus“ liegen vor. Den E-Bus will die NVBW zukünftig an Bürgerbusvereine und Kommunen zum Testen verleihen.

Für Bürgerbusvereine oder Kommunen gibt es viele Gründe, einen Bürgerbus mit Elektroantrieb anzuschaffen: E-Fahrzeuge schonen das Klima, blasen keine Schadstoffe in die Stadtluft und sind leise. Doch mit der Überlegung einen E-Bus zu kaufen, sind auch viele Fragen verbunden. Ist die Reichweite groß genug für den Linienbetrieb? Was ändert sich für die Fahrerinnen und Fahrer im Vergleich zu einem Diesel-Bus? Und wo kann man überhaupt einen E-Kleinbus mit genügend Sitzen kaufen? Diese und weitere Fragen beantworteten die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und die Universität Stuttgart im Rahmen des Modellversuchs „eBürgerbus“ der seit 2015 lief. Am 29. Juli stellten Vertreter beider Organisationen die Projektergebnisse in Stuttgart vor.

Auf der Abschlussveranstaltung des Projektes trug Dr. Benedikt Krams die Ergebnisse zum Fahrzeug vor, Matthias Körner sprach Empfehlungen zum Betrieb des Fahrzeuges aus. Gerade die Anschaffung eines E-Kleinbusses mit einem Gewicht von bis zu 3,5 Tonnen, der mit einem Führerschein der Klasse B und ohne Personenbeförderungsschein gefahren werden kann, stellt nach wie vor ein Problem dar: Da es keine Serienfahrzeuge in dieser Größenordnung gibt, ließ die NVBW 2016 einen Kleinbus mit Verbrennungsmotor auf einen Elektroantrieb umrüsten. Auch heute wäre eine entsprechende Lösung nötig. Die Projektverantwortlichen erwarten, dass sich dies in den kommenden Jahren ändern wird. Kleinere E-Fahrzeuge, die sich beispielsweise als Bürgerrufauto oder für soziale Fahrdienste eignen, sind aber am Markt erhältlich.

Der im Modellversuch „eBürgerbus“ genutzte Elektrobus hat eine Batteriekapazität von 39 kWh, eine Reichweite von 100 Kilometern, eine Ladedauer von maximal vier Stunden und bietet Platz für sieben Fahrgäste. Aufgrund der relativ geringen Reichweite bezogen sich die Empfehlungen von Matthias Körner vor allem auf eine stromsparende Planung des Liniennetzes und eine entsprechende Fahrweise. So sollte die gefahrene Gesamtstrecke 80 Kilometer nicht übersteigen, um eine Energiereserve in der Batterie zu haben. Streckenabschnitte mit langen Steigungen oder einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von über 50 km/h führen zur Verkürzung der Reichweite. Diese gilt es entweder zu Umfahren oder eine kürzere Gesamtstrecke zu planen. Auch häufiges anfahren kostet Energie. Daher sollten die Haltestellen nicht zu dicht bei einander liegen. Es wird zudem Schnellladeinfrastruktur am Abstellort des Busses benötigt. 

Die Erkenntnisse des Projektes erscheinen demnächst in den Publikationen „e-Bürgerbus. Verstetigung eines nachhaltigen Mobilitätskonzeptes der Region Stuttgart“ vom Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart und „e-Bürgerbus: Elektrisch ehrenamtlich mobil“ der NVBW. Die Publikationen wurden auf der Abschlussveranstaltung vorgestellt.

Bürgerbusvereine oder Kommunen können den Elektrobus, der im Modellprojekt eingesetzt wurde, in Zukunft bei der NVBW für Testfahrten ausleihen.

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