Bürgerbus im Schwarzwald

Furtwanger Kilometer zählen doppelt

09. August 2021

Der Bürgerbus muss in Furtwangen teils steile Anstiege und Abfahrten bewältigen. Foto: Martin Schiefelbusch/NVBW

In Furtwangen mussten Ende Juli Fahrten ausfallen, weil beide Bürgerbusse nicht einsatzbereit waren. Die örtliche Topografie setzt den Fahrzeugen zu.

Am Freitag, dem 30. Juli, mussten die letzten beiden Fahrten des Bürgerbusses entfallen. Es war der unwahrscheinliche Fall eingetreten, dass die beiden zur Verfügung stehenden Busse nicht fahren konnten. Während sich der neue Bürgerbus in der Wartung befand, sollten die Fahrer ihre Passagiere mit dem Vorgänger, der bereits eine Viertelmillion Kilometer auf dem Tacho hat, von A nach B bringen. Doch auch das Ersatzfahrzeug viel kurzfristig wegen eines technischen Defektes aus.

„Die Verantwortlichen des Bürgerbusvereins entschuldigen sich daher bei den Fahrgästen, die von diesem Ausfall betroffen waren“, so lautet es in einer entsprechenden Pressemitteilung. Eigentlich seien mehr als 250 000 Kilometer für ein Nutzfahrzeug wie den Bürgerbus „noch kein allzuhoher Tachostand“, heißt es weiter. Doch beim Bürgerbus kämen in Furtwangen einige besondere Belastungen zusammen. In dem fast 900 Meter hoch gelegen Ort im Schwarzwald muss der Bürgerbus erheblich Steigungen und Gefällstrecken bewältigen. Auch der Winter in Furtwangen ist härter als im Flachland. Zudem wird das Fahrzeug nur auf kurzen Strecken eingesetzt. Man könne somit wohl mit Recht sagen, dass Furtwanger Kilometer „doppelt“ zählten, heißt es weiter in der Pressemeldung.

Wie die lokalen Zeitungen berichten, machen sich die Verantwortlichen beim Bürgerbusverein bereits Gedanken über eine Ersatzbeschaffung in naher Zukunft. In diese Überlegungen würden auch Prüfungen einfließen, ob in absehbarer Zeit elektrisch angetriebene Fahrzeuge zum Einsatz kommen könnten. Momentan sei bei den E-Fahrzeugen die Reichweite in Anbetracht der Furtwanger Topografie noch zu gering. Doch irgendwann werde auch hier der Diesel nicht mehr der Antrieb der Wahl sein, da sind sich die Bürgerbusfahrer einig.

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