Bürgerbus Wendlingen

Nimmt der Bürgerbus den Stadtbussen Fahrgäste weg?

05. Juli 2019

Der Beirat des Wendlinger Bürgerbusses Manfred Klumb hat einer entsprechenden Darstellung in der Nürtinger Zeitung widersprochen.

Wie kann die Auslastung der Wendlinger Stadtbuslinien 154 und 155 verbessert werden, und wie hängt diese mit dem Bürgerbus zusammen? Diese Fragen stellte die Nürtinger Zeitung in einem Artikel vom 25. Juni. Die beiden Linien gingen vor zwei Jahren in Betrieb. Während die Linie 154 relativ gut angenommen wird, herrscht auf der 155 zu vielen Tageszeiten Flaute.

In dem Artikel wirft die Kreisrätin Marianne Erdrich-Sommer (Bündnis 90/Die Grünen) die Frage auf, ob der Bürgerbus neben dem Stadtbus richtig eingesetzt sei. Außerdem äußert sie den Wunsch, der Bürgerbus solle die Gebiete und Haltestellen bedienen, die nicht auf der Stadtbuslinie lägen. „Ich möchte den Bürgerbus nicht schlechtreden“, zitiert der Artikel Erdrich-Sommer, deren Mann selbst ehrenamtlicher Busfahrer beim Bürgerbus ist, „aber im Moment scheint es ein wenig so, als ob sich die beiden Angebote kannibalisieren.“

Bürgerbus-Beirat sieht keinen Konflikt zwischen Stadtbus und Bürgerbus

Dieser Sichtweise widersprach Manfred Klumb, Beirat des Bürgerbusses Wendlingen, in einem Leserbrief an die Nürtinger Zeitung vom 28. Juni. Der Bürgerbus decke gerade Gebiete ab, die vom Stadtbus nicht angefahren würden, etwa den „Berg“, Bodelshofen sowie die Schiller-, Unterboihinger und Burggartenstraße. „Dass die Routen von Stadt- und Bürgerbus streckenweise parallel verlaufen, liegt an dem Straßenangebot in Wendlingen“, so Klumb.

Außerdem sieht Klumb den Bürgerbus nicht nur unter dem Aspekt der Auslastung. Der Bus liefere gerade älteren Menschen Hilfestellungen, die in einem Stadtbus nicht üblich seien. Klumb nennt unter anderem die Hilfe beim Ein- und Ausladen von Rollatoren und Einkaufstrolleys. Ein großes Plus des Bürgerbusses sei die persönliche Vertrautheit zwischen Fahrern und Fahrgästen – ein Faktor, der dazu führt, dass ältere Menschen den Bus überhaupt nutzen.

In seinem Leserbrief bemängelt Klumb auch die seiner Ansicht nach fehlerhafte Darstellung der Linienführung und der Fahrzeiten des Bürgerbusses. Aufgrund der überschaubaren Fahrgastzahlen des Bürgerbusses könne von einer gegenseitigen Kannibalisierung von Stadt- und Bürgerbus nicht die Rede sein.

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