Bürgerbusse und Coronavirus

Wer fährt noch, wer nicht

20. März 2020

Furtwangen: Der Bürgerbus fährt vorerst weiter.

Auch der Betrieb von Bürgerbussen und Rufautos bleibt von SARS-CoV-2 (COV-ID19) nicht verschont. Der Umgang mit dem Virus unterscheidet sich lokal.

Unter den aktuellen Umständen ist es verständlich, wenn die ehrenamtlichen Verkehre den Betrieb einstellen möchten. Gründe dafür sind fast immer die eingebrochenen Fahrgastzahlen und die Ansteckungsgefahr in den relativ kleinen Bussen. Nach Aussage des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg sind die Betreiber der öffentlichen Verkehrsmittel gehalten, die Fahrgäste auf die allgemeinen Verhaltensregeln und insbesondere auch  auf das Halten von 1,50 Metern Abstand zu Mitreisenden hinzuweisen. Das Verkehrsministerium empfiehlt daher, die Fahrgastzahl in den Fahrzeugen auf eine Person zu begrenzen, es sei denn, die Fahrgäste gehören zu einem Haushalt. Sitzplätze direkt neben dem Fahrer sollten freibleiben. 

Die Gesundheit von Fahrerinnen und -fahrern sowie Fahrgästen geht vor. Hilfe für die betroffenen Menschen kann auch über Einkaufsdienste und von Nachbarinnen und Nachbarn geleistet werden.

Hier informieren wir Sie, welche Bürgerbusse, welche Entscheidungen treffen (die Liste ist nicht vollständig):

In Plankstadt fährt der Bürgerbus (Linie 714) nur noch Vormittags

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Das Bürgermobil für Oberreichenbach, Neubulach und Bad Teinach-Zavelstein wird vorerst eingestellt, da die Zielgruppe aus älteren Menschen mit erhötem Risiko durch den Coronavirus besteht. Ganz verzichten müssen diese auf den Service aber nicht: Gemeinsam mit dem Oberreichenbacher Dorfmarkt wird ein Lieferdienst eingerichtet. Die Kunden können ihre Waren telefonisch im Dorfmarkt bestellen. Diese werden dann entweder vom Dorfmarkt selbst bis vor die Haustür ausgeliefert, oder – wenn es dort zu Engpässen kommt – von den Fahrern des Bürgermobils.

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Der Bürgerbuss Neukirch fährt weiter.

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In Walddorfhäslach fäht das Bürgerrufauto dienstags und donnerstags weiterhin Fahrgäste zum Arzt, in die Apotheke oder zum Einkaufen. Absofort können sich die Menschen vom Rufauto aber auch Lebensmittel oder Waren des täglichen Bedarfs liefern lassen. Aus dem Rathaus hieß es dazu: "Wer eine Einkaufstasche bereitstellt, einen Einkaufszettel und das entsprechende Bargeld dazu, der bekommt vom Bürgerauto die entsprechenden Waren geliefert", berichtet der Reutlinger Generalanzeiger.

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Aulendorf im Kreis Ravensburg sowie Ebersbach und die anderen Bürgerbusverkehre im Kreis Göppingen haben den Betrieb eingestellt.

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Der Dreisam-Stromer in Kirchzarten sowie der BürgerBus in Schramberg stellen bis auf Weiteres den Betrieb wegen der Corona-Krise ein.

In Schramberg gilt: Personen, die durch den Wegfall des Bürgerbus in Schwierigkeiten geraten (Einkaufen, Arztbesuch…) sollen im Rathaus anrufen. Dort wird ein Freiwilligenpool eingerichtet für spontane Hilfe. Telefon: 07422/2 92 15.

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In Efringen-Kirchen soll der Bürgerbus ab Freitag, den 20. März als Einkaufs-Service für Bürgerinnen und Bürger verkehren, die wegen der Corona-Krise zu Hause bleiben wollen. Helmut Wiedemann und Karl Rühl von der sich gerade gründenden „Sorgenden Gemeinde“ griffen die Idee auf und wollen sie zusammen mit Adelheid Arnold vom Sozialamt Efringen-Kirchen und dem Bürgerbus-­Team noch in dieser Woche realisieren. Im Rathaus ist unter der Bürgerbus-Telefonnummer 07628/80 61 23 von 9 bis 12 Uhr das Einkaufstelefon von montags bis freitags erreichbar. Es werden noch helfende Hände gesucht.

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Die Coronakrise hat den Bürgerbus von Wannweil zum vorläufigen Stillstand gebracht. Dennoch fährt er seit dem 19. März wieder, nur ohne Fahrgäste. Der Kleinbus wird zum Einkaufs-Notdienst. Dieser ist vor allem für Menschen in Wannweil, die sich aus Vorsicht nicht mehr zutrauen selbst einkaufen zu gehen oder für die im familiären Umfeld niemand zur Verfügung steht. Telefon: 07121/95 85 27

Abholbereit sollten vor der Haustür stehen: eine ausreichend große Einkaufstasche mit dem entsprechenden Einkaufszettel und dem erforderlichen Geldbetrag. Außerdem der Name und die Telefonnummer sollten auf dem Zettel stehen.

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In Furtwangen fährt der Bürgerbus vorläufig weiter, trotz der Corona-Pandemie. Der Grund für die Aufrechterhaltung des Angebotes: Für manche Fahrgäste ist der Bürgerbus die einzige Möglichkeit, sich mit Lebensmitteln zu versorgen. Die Fahrer bitten ihre Fahrgäste jedoch, die Hygieneempfehlungen zu beachten. Das heißt: Abstand halten, Husten und Niesen nur in die Armbeuge und bei Symptomen von der Benutzung des Busses absehen. Sollte der Verkehr eingestellt werden, wird der Schwarzwälder Bote dies verkünden.

In Bisingen wird die Personenbeförderung mit dem Bürgerrufauto „FleckaHopser“ ab sofort eingestellt. Die Entscheidung gilt vorerst bis zum 20. April. Die Maßnahme soll die überwiegend älteren Fahrer und ihre Passagiere schützen. In Rücksprache mit dem Verein „Bürger helfen Bürgern“ wird es eine „Notfall-Einkaufsversorgung“ geben, die zunächst für Personen ab dem 80. Lebensjahr gedacht ist.

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